1884
Die Eisenbahnunternehmer Wilhelm Köhnen und Carl Grosspeter erschließen auf Initiative der Firma Krupp ein Quarzsandvorkommen in Frechen-Buschbell.
1889
Die Gründer trennen sich. Carl Grosspeter übernimmt die Betriebe in Buschbell und Grosskönigsdorf unter dem Firmennamen Sand- und Steinzeugwerke C. Grosspeter GmbH, während Wilhelm Köhnen das Essener Bauunternehmen unter seinem Namen weiterführt.
1890
Anfang der neunziger Jahre erweitern die Unternehmer ihr Arbeitsgebiet durch den Bau eines Steinzeugwerkes in Grosskönigsdorf für die Produktion von Kanalisationssteinzeug.
1904
Der Tiefbauingenieur August Lindemann gründet die Cöln-Frechener Kristallsandwerke mbH, die ein zweites gleichwertiges Quarzsandvorkommen bei Frechen erschließt.
1915
Ingenieur Otto Lindemann, Sohn von August Lindemann, tritt in die Geschäftsführung der Cöln-Frechener Kristallsandwerke ein. Nach seinen Plänen wird eine moderne Sandwäsche an der Dürener Straße errichtet.
1919
Otto Lindemann kauft das Unternehmen von seinem Vater und vereinigt zusammen mit Hans Grosspeter die beiden benachbarten Unternehmen zur Grosspeter Lindemann & Co. KG.
1922
Die Familiengruppe Lenders - Fretter-Pico tritt als weitere Gesellschafterin in das Unternehmen ein. Der Landwirtsfamilie gehören große Grundstücke im Abbaugebiet.
1923
Hans Grosspeter, Nachfolger von Carl Grosspeter in der Geschäftsführung, stirbt im Alter von 48 Jahren.
Im Herbst des Jahres 1923 wird die Quarzmahlwerk Frechen GmbH gegründet, die ein neuzeitliches Quarzmahlwerk in Frechen an der Dürener Straße errichtet. Otto Lindemann führt beide Gesellschaften als einziges Mitglied der Gründerfamilien bis 1945.
1924
Es folgt die Gründung der Rheinischen Bau- und Kristallsandwerke zum Aufschluss eines Grubenbetriebes bei Haltern in Westfalen.
1936
Ein weiteres modernes Quarzmahlwerk wird im Hafen von Neuss errichtet, um von hier auf dem frachtgünstigen Wasserweg die in- und ausländischen Abnehmer zu beliefern. Hauptabnehmer ist die Firma Henkel & Cie., mit der die Quarzmahlwerk Frechen GmbH bereits 1930 einen Liefervertrag geschlossen hat. So kann der großen Nachfrage nach dem Scheuermittel „ATA“ entgegengekommen werden.
1944
Der Firmenname wird in Quarzwerke GmbH umgewandelt. Otto Lindemann gestaltet das noch heute gültige Firmensigné, das in der Folge als Basis für die Signés einiger Beteiligungsgesellschaften verwandt wird.
1945
Die Nachkriegsjahre werden zum Wiederaufbau der stark zerstörten Werke Frechen, Haltern und Neuss genutzt.
Im Sommer tritt Carl Ludwig Grosspeter, der Enkel des Gründers Carl Grosspeter, in die Geschäftsleitung des Gesamtunternehmens ein. In Arbeitsteilung mit Otto Lindemann übernimmt er die Aufgabe des Wiederaufbaus und der Arbeitsaufnahme im Steinzeugwerk Großkönigsdorf.
1949
Abschluss eines Lieferabkommens mit dem bedeutenden belgischen Quarzproduzenten, der Firma Sablières et Carrieères Réunies S. A, genannt SCR.
1952
Dipl.-Bergingenieur Hans Lindemann tritt in die Geschäftsführung der Quarzwerke GmbH ein und übernimmt als Aufgaben die Rationalisierung der Verkaufsorganisation, den Aufbau einer technischen Planungsabteilung, die Einrichtung eines Zentrallaboratoriums sowie die Ausrichtung der Werbung auf die mit neuen Aufbereitungsverfahren verbesserten Produkte.
Zur Unterstützung dieser Ziele wird das Werk Haltern in Gewinnung und Nass-Aufbereitung neu gestaltet. Die Planung des Quarzmahlwerkes in Haltern und für ein neues Werk in Frechen wird aufgenommen.
1954
Mit dem belgischen Partner SCR entstehen Werke in Belgien (Sibelco) und Frankreich (Sifraco, 1957) sowie in den folgenden Jahren in der Schweiz (Sihelco, 1960), Italien (Sibelco Italiana, 1963), Spanien (Sibelco Espanola, 1969) und den USA (Unimin Corp., 1973).
1955
Das Quarzwerke Zentrallaboratorium in Frechen nimmt seine Arbeit auf.
1958
Die Quarzwerke GmbH baut die erste Anlage zur Umhüllung von Quarzsanden mit Kunstharzen (Croningverfahren) in Haltern. Eine zweite Kunstharzumhüllungsanlage wird in Gambach errichtet.
1960
Am Ostrand der Quarzsandgrube Frechen beginnt der Bau der neuen Aufbereitung.
1962
Otto Lindemann stirbt nach über 50jähriger Tätigkeit für das Unternehmen, 47 Jahre war er davon als geschäftsführender Gesellschafter tätig.
1965
Der Steinzeugbereich wird abgegeben. Es entsteht die Grosspeter Lindemann Verwaltungsgesellschaft.
1966
Die ersten oberflächenbehandelten Füllstoffe werden hergestellt.
1969
In Frechen wird nach Fertigstellung des neuen Mahlwerkes am Rande der Grube das alte Mahlwerk an der Dürener Straße zu einem Technikum umgerüstet. Neue Verfahren und neue Produkte werden entwickelt.
1970
Quarzwerke erwerben gemeinsam mit der SCR-Sibelco die B. V. Jan de Poorter, Geertruidenberg, Holland. Dieses Unternehmen befasst sich seit 1934 mit dem Handel und der Aufbereitung importierter Mineralien, die zusätzlich zum Quarzsand von Abnehmern der Quarzwerke verwendet werden.
Eintritt von Dipl.-Kaufmann Horst Grosspeter in die Geschäftsführung.
1971
In Österreich wird die Quarzwerke GmbH, Zelking bei Melk, gegründet.
1974
Die Hauptverwaltung der Quarzwerke GmbH zieht von Köln nach Frechen.
1976
Die westeuropäischen Tochtergesellschaften werden neu geordnet. Die SCR-Sibelco übernimmt die bis dahin paritätisch gehaltenen Unternehmen in Süd- und Westeuropa gegen Einräumung einer Beteiligung an der Muttergesellschaft.
1984
Für die Mitarbeiter der Quarzwerke wird eine Vermögensbeteiligung eingeführt. Bereits 1951 hatten die Quarzwerke eine Alters- und Hinterbliebenenfürsorge eingerichtet.
1985
Die Quarzwerke übernehmen Verantwortung im Transport und beteiligen sich in den folgenden Jahren verstärkt an der Gründung von Transportunternehmen.
Im gleichen Jahr wird die Betriebsleitung in Flaesheim übernommen. Das Gelände war bereits im Jahr 1966 gekauft worden.
1987
In Mannheim und Stuttgart werden neue Läger aufgebaut. Das Lager Wertheim folgt zwei Jahre später.
1990
Hans Lindemann-Berk scheidet nach fast 50jähriger Mitarbeit, davon 38 Jahre als geschäftsführender Gesellschafter, aus dem Unternehmen aus.
Dipl.-Kfm. Robert Lindemann-Berk, Sohn von Hans Lindemann, tritt in die Gesellschaft ein, zunächst verantwortlich für die Entwicklung des osteuropäischen Sektors. In den Folgejahren wird er in die Geschäftsführung berufen.
1991
Mit der Übernahme der Sand- und Tonwerk Walbeck GmbH in Weferlingen und zwei Jahre später der Hohenbockaer Quarzwerke GmbH erschließt die Quarzwerke GmbH Standorte in den neuen Bundesländern.
1992
Die Quarzwerke übernehmen Provodínské písky a. s. in der Tschechischen Republik. In den folgenden Jahren kommen weitere Unternehmen in Polen (KiZPPS Osiecznica, 1995 / Surmin-Kaolin S. A., 1998 / TSKM Biala Góra, 2007), der Slowakei (KerkoSand a. s., 2000) und Russland (SAO Balaschejskie Peski, 2005) hinzu.
1995
Die Amberger Kaolinwerke Eduard Kick GmbH & Co. KG wird mit Standorten in Hirschau, Schnaittenbach, Caminau und Kemmlitz gekauft. Das Produktportfolio der Quarzwerke in Deutschland wird damit um die Rohstoffe Kaolin und Feldspat erweitert.
1999
Der Quarzsandabbau in der Grube Frechen hat nun den Grubenrand der 1925 stillgelegten Grube Buschbell erreicht.
2006
Die Gesellschafterfamilien ordnen ihre Interessen neu. Im Zuge des Ausscheidens der Familie Grosspeter werden die amerikanischen Beteiligungen und Teile anderer nicht strategischer Beteiligungen abgegeben.
Neben Robert Lindemann-Berk und Dr. Otto Hieber, der seit 1993 Geschäftsführer bei den Amberger Kaolinwerken ist, werden Jens-Uwe Klemens und Dr. Paul Páez-Maletz in die Geschäftsführung berufen.
2007
Neue Aktivitäten für Kaolin in der Ukraine und für Quarzsand in Russland werden begonnen.
2008
Witterschlick kommt als Quarzkies und Quarzsand Standort hinzu. Der Tagebau mit Aufbereitungswerk im Rhein-Sieg-Kreis wurde von einem Insolvenzverwalter übernommen.
2009
Quarzwerke gibt es seit 125 Jahren. Zum Jubiläum erscheint ein Buch über die Geschichte des Unternehmens.
2010
Quarzwerke bekommt nach 2007 erneut den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Kies
und Sand verliehen.
